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18. Aug. 2026·S-SHAPER Redaktion

Shapewear Manufacturing Cost: Kostentreiber für Marken

Welche Faktoren bestimmen die Shapewear Manufacturing Cost? Ein Leitfaden zu Materialien, Konstruktion, Mengen, Qualität und Logistik für Einkäufer.

Shapewear Manufacturing Cost: Kostentreiber für Marken
Inhaltsverzeichnis
  1. Beginnen Sie mit einer kalkulierten Produktspezifikation
  2. Stoff- und Komponentenkosten verstehen
  3. Die Stoffauswahl beeinflusst sowohl Preis als auch Leistung
  4. Kleine Komponenten können zu erheblichen Kosten werden
  5. Vergleichen Sie die Komplexität der Verarbeitung
  6. Merkmale, die üblicherweise zusätzlichen Fertigungsaufwand verursachen
  7. Die Komplexität der Passform sollte realistisch kalkuliert werden
  8. Berücksichtigen Sie Mustererstellung und Entwicklung
  9. Typische festzulegende Entwicklungsphasen
  10. Modellieren Sie die Auswirkungen von Menge, Farbe und Größe
  11. Erstellen Sie einen realistischen Größen- und Farbplan
  12. Berücksichtigen Sie Tests, Qualität und Verpackung
  13. Definieren Sie den Qualitätsstandard vor der Serienproduktion
  14. Die Tests sollten zum Produkt und Absatzmarkt passen
  15. Die Verpackung ist Teil der Produktkosten
  16. Trennen Sie Produktkosten von Logistikkosten
  17. Erstellen Sie eine Übersicht der Einstandskosten
  18. Vergleichen Sie Lieferantenangebote fair
  19. Fragen, die versteckte Unterschiede aufdecken
  20. Häufige Fehler, die vermieden werden sollten

Die Shapewear Manufacturing Cost wird nicht durch einen einzelnen Materialpreis bestimmt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Produktspezifikation, Stoffen und Komponenten, Schnitt- und Nähaufwand, Entwicklungsumfang, Bestellstruktur, Qualitätsanforderungen sowie Lieferkonditionen. Zwei optisch ähnliche Bodys können deshalb deutlich unterschiedliche Fabrikpreise haben.

Für eine belastbare Kalkulation benötigen Marken mehr als ein Referenzbild und eine Zielpreisvorstellung. Je genauer Passform, Kompressionszonen, Materialmix, Größenlauf, Verpackung und Qualitätskriterien definiert sind, desto vergleichbarer werden Angebote und desto eher lassen sich spätere Kostenänderungen vermeiden.

Mit einer kostenfähigen Produktspezifikation starten

Eine Fabrik kann nur das kalkulieren, was eindeutig beschrieben ist. Unklare Angaben führen häufig zu Annahmen im Angebot: etwa zu einer Standardqualität, einer vereinfachten Konstruktion oder einem nicht definierten Verpackungsumfang. Werden diese Annahmen später geändert, verändert sich meist auch der Preis.

Eine kostenfähige Spezifikation sollte mindestens folgende Punkte enthalten:

  • Produkttyp und Verwendungszweck: zum Beispiel High-Waist-Shorts, Miederbody, Slip, Leggings oder postoperatives Kompressionsprodukt.
  • Ziel-Kompression: leicht formend, mittelstark oder stark; idealerweise mit Angaben zu den gewünschten Körperzonen.
  • Konstruktion: nahtlos, Cut-and-Sew oder Hybridmodell mit unterschiedlichen Stoffpanelen.
  • Schnittdetails: Bundhöhe, Beinlänge, Brustbereich, Träger, Schrittöffnung, Silikonabschlüsse, Haken- und Ösenverschluss oder Reißverschluss.
  • Materialangaben: Faserzusammensetzung, Stoffgewicht, Strickart, Oberflächengefühl, Transparenz und gewünschte Rücksprungkraft.
  • Größenlauf: Zielgrößen, Gradierung, Maße und Passformreferenz.
  • Farben und Farbverteilung: etwa Schwarz, Nude-Töne und saisonale Farben mit erwarteten Mengen je Farbe.
  • Branding und Verpackung: Innenlabel, Pflegeetikett, Hangtag, Polybeutel, Karton, Barcodes und gegebenenfalls E-Commerce-konforme Einzelverpackung.
  • Qualitäts- und Prüfanforderungen: Messpunkte, Toleranzen, optische Standards, Funktionsprüfungen und Anforderungen des Zielmarkts.
  • Lieferbasis: gewünschte Incoterms, Zielort und ob der Vergleich nur den Warenwert oder auch Transport und Importkosten umfassen soll.

Besonders wichtig ist die Trennung zwischen Must-have-Spezifikationen und wünschenswerten Details. Wenn beispielsweise ein doppellagiger Bauchbereich unverzichtbar ist, sollten Lieferanten nicht stattdessen mit einem schwereren Einlagestoff kalkulieren. Beide Lösungen können ähnliche Kompression erzeugen, unterscheiden sich aber bei Tragegefühl, Herstellung und Kosten.

Bei OEM-, ODM- oder Private-Label-Projekten ist außerdem zu klären, ob ein vorhandenes Basismodell angepasst oder ein neuer Schnitt entwickelt werden soll. Für Marken, die Entwicklungsweg und Produktionsoptionen einordnen möchten, kann ein Überblick zu OEM-, ODM- und Private-Label-Shapewear hilfreich sein.

Stoff- und Komponentenkosten richtig verstehen

Materialien sind oft der größte direkte Kostenblock eines Shapewear-Artikels. Das heißt jedoch nicht, dass der teuerste Stoff automatisch die beste Wahl ist. Relevant ist, ob das Material die geforderte Kompression, Dehnbarkeit, Deckkraft, Rücksprungkraft und Haltbarkeit im vorgesehenen Produkt erreicht.

Bei Shapewear beeinflussen insbesondere diese Faktoren den Materialeinsatz:

KostentreiberEinfluss auf die KalkulationPrüffrage für Einkäufer
FaserzusammensetzungElastananteil, Polyamid, Polyester, Baumwolle oder Spezialfasern verändern Materialverhalten und BeschaffungWelche Funktion muss der Stoff tatsächlich erfüllen?
Stoffgewicht und DichteDichtere oder mehrlagige Materialien benötigen meist mehr Rohmaterial und können schwerer zu verarbeiten seinIst die gewünschte Deckkraft mit einer Lage erreichbar?
KompressionsleistungHohe Rücksprungkraft und zonale Stützung erfordern passende Konstruktionen und GarneWo ist starke Kompression notwendig, wo wäre sie störend?
Stoffbreite und ZuschnittDie Nutzfläche pro Meter beeinflusst den VerschnittWie effizient lassen sich die Schnittteile platzieren?
FarbeStandardfarben, individuelle Farbtöne und niedrige Mengen je Farbe haben unterschiedliche BeschaffungsrisikenKann die Farbpalette für den Start reduziert werden?
KomponentenSpitze, Mesh, Powernet, Silikon, Verschlüsse, Träger und Labels erhöhen Einkaufs- und MontageaufwandWelche Details schaffen nachweisbaren Kundennutzen?

Ein hoher Elastananteil allein beschreibt die Formkraft nicht ausreichend. Auch Garnqualität, Strickstruktur, Stoffgewicht und die Kombination mehrerer Lagen spielen eine Rolle. Ein Produkt mit starkem Bauchpanel kann zum Beispiel durch ein doppellagiges Frontteil, ein eingearbeitetes Powernet oder eine andere Strickdichte gelöst werden. Diese Varianten wirken sich jeweils anders auf Materialverbrauch, Nähaufwand und Komfort aus.

Zusätzliche Komponenten sind ein häufiger unterschätzter Kostentreiber. Dazu gehören:

  • Silikonbänder gegen Hochrutschen,
  • Haken- und Ösenleisten,
  • verstellbare oder abnehmbare Träger,
  • Reißverschlüsse,
  • eingearbeitete Cups oder Bügel,
  • Baumwollzwickel,
  • dekorative Spitze und Mesh-Einsätze,
  • gewebte Markenlabels und individuelle Etiketten.

Jede Komponente bringt nicht nur einen Einkaufspreis mit sich. Sie kann weitere Arbeitsschritte, zusätzliche Qualitätskontrollen oder ein höheres Fehlerrisiko in der Montage verursachen. Ein sinnvoller Vergleich fragt daher nicht nur: „Was kostet dieses Detail?“, sondern auch: „Welches Problem löst es für die Endkundin?“

Konstruktionsaufwand vergleichen

Die sichtbare Produktform sagt wenig über die tatsächliche Herstellungskomplexität aus. Ein schlicht wirkender Shaping-Slip kann durch zonale Panels, flache Nähte, präzise Beinabschlüsse und einen funktionalen Zwickel wesentlich anspruchsvoller sein als ein optisch aufwendigeres, aber einfacher aufgebautes Modell.

Nahtlose Modelle und Cut-and-Sew-Produkte

Bei nahtloser Shapewear entstehen Form und Kompressionszonen in hohem Maß durch die Strickkonstruktion. Das kann bei hohen Stückzahlen effizient sein, setzt aber eine sorgfältige technische Entwicklung voraus. Änderungen an Strickzonen, Mustern oder Größen können zusätzlichen Entwicklungsaufwand auslösen.

Cut-and-Sew-Shapewear wird aus zugeschnittenen Stoffteilen genäht. Sie bietet viel Spielraum für Panels, Stoffkombinationen, Verschlüsse und gezielte Verstärkung. Gleichzeitig steigen mit jeder Schnittlinie und jedem Nähvorgang der Arbeitsaufwand und die Zahl möglicher Qualitätsabweichungen.

Hybridmodelle verbinden beide Ansätze, etwa einen nahtlosen Grundkörper mit angenähten Verschlüssen oder verstärkenden Einsätzen. Solche Lösungen können funktional sinnvoll sein, sollten aber nicht allein wegen ihrer technischen Komplexität gewählt werden.

Details, die Kosten und Fehleranfälligkeit erhöhen können

Folgende Merkmale erhöhen typischerweise die Zahl der Arbeitsschritte oder die Anforderungen an die Verarbeitung:

  • mehrere Kompressionszonen mit verschiedenen Materialien,
  • doppelte oder dreifache Stofflagen,
  • präzise platzierte Einsätze für Bauch, Taille, Rücken oder Oberschenkel,
  • flache, hautfreundliche oder besonders elastische Nähte,
  • offene oder verstärkte Schrittpartien,
  • lange Hakenleisten mit mehreren Reihen,
  • formgebende Brustbereiche,
  • symmetrisch zu platzierende Spitzenelemente,
  • Silikonkanten und rutschhemmende Abschlüsse,
  • komplexe Gradierungen über einen breiten Größenlauf.

Komplexität ist nicht grundsätzlich negativ. Sie ist dann wirtschaftlich, wenn sie eine klar erkennbare Funktion verbessert: besseren Halt, weniger Einrollen, höhere Alltagstauglichkeit oder eine passendere Silhouette. Ohne solchen Nutzen erzeugt sie vor allem Kosten und Ausschussrisiko.

Entwicklung und Muster einplanen

Musterkosten und Entwicklungsaufwand sind getrennt von der späteren Serienproduktion zu betrachten. Sie entstehen, weil Schnitt, Materialkombination, Kompression und Passform vor der Freigabe abgestimmt werden müssen. Bei einer neuen Produktentwicklung umfasst dies häufig Konstruktion, Schnittanpassung, Musterfertigung, Anproben, Überarbeitungen und eventuell eine Größensatzprüfung.

Der Aufwand hängt stark vom Ausgangspunkt ab:

  • Bestehendes Basismodell mit neuem Branding: meist weniger Entwicklung als ein vollständiger Neustart, aber Passform und Material bleiben trotzdem zu prüfen.
  • Anpassung eines bestehenden Modells: Änderungen an Länge, Bund, Verschluss oder Material können neue Muster und eine erneute Passformbewertung erfordern.
  • Neuentwicklung nach Skizze oder Referenz: höherer Abstimmungsbedarf, weil technische Umsetzbarkeit und gewünschte Optik erst zusammengeführt werden müssen.
  • Individuelle Stoffentwicklung oder Sonderfarbe: kann zusätzliche Mindestmengen, Freigabeschritte und Beschaffungszeit bedeuten.

Ein häufiger Fehler ist, Muster nur auf die Optik zu prüfen. Für Shapewear sind mindestens ebenso wichtig:

  1. Sitz in mehreren Größen,
  2. Kompressionsgefühl im vorgesehenen Körperbereich,
  3. Verhalten beim Sitzen, Gehen und Anziehen,
  4. Einrollen an Bund oder Bein,
  5. Rücksprung nach Dehnung,
  6. Durchscheinverhalten unter Kleidung,
  7. Stabilität von Nähten, Verschlüssen und Kanten.

Definieren Sie vor Beginn, wie viele Muster- und Änderungsrunden vorgesehen sind und wer Freigaben erteilt. Ebenso sinnvoll ist ein schriftliches Musterfreigabeprotokoll mit Version, Materialcode, Maßtabelle und dokumentierten Änderungen. So wird verhindert, dass das Serienprodukt versehentlich auf Basis einer älteren Musterentscheidung gefertigt wird.

Mengen, Farben und Größen als Kostenmodell betrachten

Die Bestellmenge beeinflusst die Stückkosten, weil sich fixe Kosten auf mehr Einheiten verteilen können. Dazu zählen beispielsweise Entwicklung, Schnittvorbereitung, Maschinenrüstungen, Beschaffungsvorgänge, Druckdatenprüfung und Verpackungseinrichtung. Niedrige Mengen sind nicht automatisch unwirtschaftlich, benötigen aber ein Produktkonzept, das zu kleinen Serien passt.

Entscheidend ist nicht nur die Gesamtmenge, sondern ihre Verteilung:

  • Wie viele Einheiten entfallen auf jedes Modell?
  • Wie viele Farben werden pro Modell bestellt?
  • Wie verteilt sich die Menge auf die Größen?
  • Werden Sondergrößen in sehr geringer Anzahl geplant?
  • Sind Farben und Verpackungen über mehrere Artikel gemeinsam nutzbar?

Eine Bestellung mit 1.000 Einheiten eines Modells in zwei Farben ist kalkulatorisch etwas anderes als 1.000 Einheiten über fünf Farben, viele Größen und mehrere Verpackungsvarianten. Jede Unterteilung kann eigene Materialdisposition, Farbfreigaben, Zuschnittpläne, Umrüstungen oder Restmengen verursachen.

Den Größenlauf realistisch planen

Bei Shapewear ist der Größenlauf besonders wichtig, weil Passform und Kompression stark mit der Größe zusammenhängen. Ein sehr breiter Größenbereich benötigt eine sorgfältige Gradierung und kann bei Randgrößen kleinere Mengen erzeugen. Werden zu kleine Stückzahlen je Größe bestellt, können Verpackungs- und Produktionsabläufe ineffizienter werden.

Marken sollten daher den geplanten Größenmix transparent liefern, statt nur eine Gesamtmenge zu nennen. Für die Kalkulation hilft beispielsweise eine Tabelle mit Artikel, Farbe, Größe, Stückzahl und Verpackungsvariante. Das schafft eine bessere Grundlage als eine unverbindliche Aussage wie „vorerst in mehreren Größen und Farben“.

Standardisierung schafft Verhandlungsspielraum

Wer Kosten steuern möchte, kann zu Beginn gezielt standardisieren:

  • wenige Kernfarben statt einer breiten Palette,
  • eine gemeinsame Verpackungsbasis für mehrere Modelle,
  • wiederkehrende Labels und Pflegeetiketten,
  • kompatible Stoffe oder Komponenten über eine Kollektion hinweg,
  • ein klarer Größenlauf ohne sehr kleine Randmengen.

Standardisierung bedeutet nicht, die Marke austauschbar zu machen. Sie konzentriert Individualisierung auf die Merkmale, die Kundinnen tatsächlich wahrnehmen und honorieren.

Prüfungen, Qualität und Verpackung einbeziehen

Qualität kostet nicht nur dann Geld, wenn Probleme auftreten. Sie muss in die ursprüngliche Kalkulation einfließen: durch klare Qualitätsstandards, Prüfungen, Kontrollaufwand und eine geeignete Verpackung. Wer diese Themen erst nach der Angebotsphase anspricht, vergleicht häufig unvollständige Preise.

Qualitätsanforderungen konkret festlegen

Allgemeine Formulierungen wie „gute Qualität“ oder „Premium“ sind für eine Produktion nicht prüfbar. Besser sind konkrete Vorgaben, etwa:

  • zulässige Maßtoleranzen,
  • Anforderungen an Nähte und Nahtdehnung,
  • akzeptable Farbabweichungen,
  • Regeln für lose Fäden, Flecken, Laufmaschen oder Stofffehler,
  • Anforderungen an Kompressionszonen und Symmetrie,
  • Wasch- und Pflegeprüfung nach abgestimmter Methode,
  • Prüfablauf für Verschlüsse, Haken, Reißverschlüsse oder Silikon.

Je nach Produkt, Zielmarkt und Vertriebskanal können weitere Material-, Sicherheits- oder Kennzeichnungsanforderungen relevant sein. Für Deutschland und die EU sollten Marken insbesondere klären, welche Anforderungen an Produktkennzeichnung, Rückverfolgbarkeit, Verpackung und gegebenenfalls chemische Stoffe für ihr konkretes Sortiment gelten. Die Verantwortung sollte im Liefervertrag eindeutig zugeteilt werden; allgemeine Aussagen eines Lieferanten ersetzen keine Prüfung der eigenen Pflichten.

Ein Blick auf die Qualitätssicherung in der Shapewear-Produktion kann helfen, Prüfpunkte bereits vor der Serienfreigabe strukturiert zu definieren.

Verpackung ist ein Produktbestandteil

Ein einfacher Polybeutel, ein bedruckter Karton und eine hochwertige Geschenkbox erfüllen unterschiedliche Funktionen und verursachen unterschiedliche Kosten. Neben dem Materialpreis beeinflussen Verpackungen auch Volumen, Gewicht, Konfektionierungsaufwand und Transportschäden.

Prüfen Sie bei der Verpackungsentscheidung:

  • Schützt sie empfindliche Ware und Formteile ausreichend?
  • Ist sie für stationären Handel, Marktplätze oder den eigenen Onlineshop geeignet?
  • Welche Produktinformationen müssen auf Etikett oder Verpackung stehen?
  • Benötigt jedes Produkt einen Barcode oder eine Größenkennzeichnung?
  • Wie viele Einzelverpackungen passen in einen Versandkarton?
  • Erhöht eine sperrige Verpackung die Frachtkosten unverhältnismäßig?

Häufig sinnvoll ist ein zweistufiges Konzept: eine effiziente Schutzverpackung für die Lieferkette und ein sichtbarer Markenauftritt dort, wo er für den Verkauf tatsächlich relevant ist.

Produktkosten von Logistik und Import trennen

Ein Fabrikpreis ist nicht mit den gesamten Beschaffungskosten gleichzusetzen. Für belastbare Entscheidungen sollten Marken den Produktpreis und die Landed Cost getrennt ausweisen.

Der Produktpreis kann – abhängig von der vereinbarten Lieferbedingung – Material, Verarbeitung, Standardverpackung und vereinbarte Qualitätskontrollen enthalten. Die Landed Cost erweitert diese Betrachtung typischerweise um Transport, Versicherung, Zollabwicklung, Einfuhrabgaben, Inlandszustellung, Lagerung und mögliche Kosten für Umverpackung oder Konfektionierung.

Fragen Sie bei jedem Angebot ausdrücklich:

  • Welche Incoterms gelten und welche Version wurde vereinbart?
  • An welchem Ort geht Verantwortung für Transport und Kosten über?
  • Sind Exportverpackung und Dokumente enthalten?
  • Wer organisiert die Fracht und die Zollabfertigung?
  • Welche Kosten sind Schätzwerte und welche werden tatsächlich abgerechnet?
  • Wie wird mit Teillieferungen, Verzögerungen oder Transportschäden umgegangen?

Ein niedriger EXW-Preis kann im Vergleich zu einem höher erscheinenden Angebot mit weitergehender Lieferleistung irreführend sein. Umgekehrt ist eine umfassende Lieferkondition nur dann vergleichbar, wenn Zielort, Warenwert, Verpackungsvolumen und Zuständigkeiten identisch definiert sind.

Auch die Verpackungsgröße beeinflusst die Logistik unmittelbar. Bei voluminösen Kartons können Frachtkosten stärker steigen als erwartet, obwohl das einzelne Produkt selbst leicht ist. Beschaffungs- und Produktteams sollten Verpackung daher gemeinsam bewerten, nicht nacheinander.

Lieferantenangebote fair vergleichen

Das günstigste Angebot ist nur dann die beste Entscheidung, wenn Produktumfang, Qualität und Lieferbedingungen wirklich gleich sind. Ein Angebotsvergleich nach Stückpreis allein übersieht häufig Materialunterschiede, fehlende Entwicklungskosten, vereinfachte Verpackung oder nicht enthaltene Prüfungen.

Erstellen Sie für jede Fabrik eine Vergleichsmatrix mit denselben Feldern:

VergleichspunktWas muss identisch sein?
ProduktversionSchnitt, Maße, Kompressionszonen und Komponenten
MaterialZusammensetzung, Stoffgewicht, Qualität und Farbstandard
VerarbeitungNahtarten, Lagen, Verschlüsse und Veredelungen
MengenstrukturGesamtmenge sowie Aufteilung nach Modell, Farbe und Größe
Muster und EntwicklungAnzahl der Muster, Änderungen und verrechenbare Einmalkosten
QualitätPrüfumfang, Toleranzen, Freigabeprozess und Umgang mit Abweichungen
VerpackungEinzelverpackung, Etiketten, Kartonierung und Konfektionierung
LieferkonditionIncoterm, benannter Ort, Transportumfang und Dokumentation
Zahlungs- und ÄnderungsbedingungenZeitpunkte, Materialfreigabe und Folgen später Anpassungen

Achten Sie auf Formulierungen wie „gemäß Muster“, „Standardmaterial“ oder „übliche Verpackung“. Sie sind nicht zwangsläufig problematisch, müssen aber präzisiert werden. Bitten Sie Lieferanten, Annahmen offen auszuweisen. Ein transparentes Angebot mit klar benannten Ausschlüssen ist für die Planung wertvoller als ein niedriger Preis mit unklarem Leistungsumfang.

Weitere typische Fehler bei der Angebotsbewertung sind:

  • Referenzmuster und Serienmaterial nicht eindeutig zu verknüpfen,
  • Stückpreise unterschiedlicher Mengenstaffeln direkt gegenüberzustellen,
  • Entwicklungskosten mit Serienkosten zu vermischen,
  • nur den Hauptartikel zu kalkulieren und Labels, Hangtags oder Einlagen zu vergessen,
  • Qualitätsprüfungen erst nach der Bestellung zu definieren,
  • spätere Farb- oder Größenänderungen ohne neue Kalkulation anzunehmen,
  • Lieferzeit, Fracht und Import als „Nebenkosten“ zu behandeln.

Eine gute Lieferantenentscheidung berücksichtigt neben der Kalkulation auch die technische Kommunikation. Reagiert ein Anbieter auf offene Punkte mit nachvollziehbaren Rückfragen, kann das ein positives Signal für die spätere Entwicklung sein. Wer Produktionsmöglichkeiten und Abläufe bewerten möchte, sollte außerdem die Informationen zur Shapewear-Fertigung und Produktionsumgebung prüfen und projektspezifische Nachweise direkt anfordern.

Fazit: Kosten früh über Produktentscheidungen steuern

Die Shapewear Manufacturing Cost lässt sich am wirksamsten vor der Bestellung beeinflussen: durch eine präzise Spezifikation, funktional begründete Konstruktion, passende Materialien, einen realistischen Größen- und Farbmix sowie klar abgegrenzte Qualitäts- und Logistikkosten.

Für die nächste Angebotsrunde lohnt es sich, eine einheitliche technische Spezifikation und eine Mengenmatrix an alle angefragten Lieferanten zu senden. So wird aus mehreren Stückpreisen eine vergleichbare Entscheidungsgrundlage für Produkt, Marge und Markteinführung.

S-SHAPER-Team für Produktentwicklung und Fertigung

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