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18. Aug. 2026·S-SHAPER Redaktion

Shapewear-Stoff: GSM, Stretch und Rücksprung prüfen

So legen Sie GSM, Dehnrichtung, Rücksprung, Opazität und Griff für Shapewear messbar fest und vergleichen Muster sicher mit der Serienware.

Shapewear-Stoff: GSM, Stretch und Rücksprung prüfen
Inhaltsverzeichnis
  1. Verstehen Sie, was GSM aussagt und was nicht
  2. Verwenden Sie GSM als Entwicklungstoleranz, nicht als einzelnes Versprechen
  3. Richtwerte für GSM bei Shapewear
  4. Definieren Sie Dehnrichtung und Prüfverfahren
  5. Berechnen Sie die Dehnung einheitlich
  6. Verwechseln Sie hohe Dehnbarkeit nicht mit geeigneter Dehnbarkeit
  7. Bewerten Sie Rückstellkraft und Ausleiern nach dem Dehnen
  8. Messen Sie die sofortige und verzögerte Rückstellung
  9. Bewerten Sie die Rückstellung nach wiederholten Zyklen
  10. Häufige Ursachen für schlechte Rückstellung
  11. Passen Sie das Stoffverhalten an Kompressionszonen an
  12. Definieren Sie Halt nach Körperbereich und Verwendungszweck des Kleidungsstücks
  13. Betrachten Sie Kompression als Ergebnis auf Ebene des gesamten Kleidungsstücks
  14. Prüfen Sie Blickdichte, Haptik und Atmungsaktivität
  15. Prüfen Sie die Blickdichte bei realistischer Dehnung
  16. Spezifizieren Sie die Haptik anhand beobachtbarer Merkmale
  17. Betrachten Sie Atmungsaktivität als Systemeigenschaft
  18. Testen Sie Stoffe mit Futterstoffen und Elastikbändern
  19. Wichtige Kompatibilitätsprüfungen bei der Konfektion
  20. Freigegebene Farbmuster und Toleranzen dokumentieren
  21. Nehmen Sie diese Details in das Stofffreigabeprotokoll auf
  22. Legen Sie Toleranzen fest, die das Kleidungsstück schützen
  23. Prüfen Sie den Serienstoff gegen den Standard
  24. Verwenden Sie einen risikobasierten Prüfplan für die Serienproduktion
  25. Vermeiden Sie diese häufigen Fehler bei der Freigabe
  26. FAQ
  27. Ist eine höhere GSM-Zahl bei Shapewear immer besser?
  28. Was ist der Unterschied zwischen Dehnung und Rücksprung bei Shapewear-Stoffen?
  29. Sollte sich Shapewear-Stoff in beide Richtungen gleich stark dehnen?
  30. Wie sollte ein Team die Haptik freigeben?

Bei Shapewear entscheidet nicht allein die Grammatur über Halt und Formwirkung. Ein geeigneter Stoff muss zur gewünschten Kompressionszone passen, sich in den relevanten Richtungen kontrolliert dehnen, nach Belastung zuverlässig zurückspringen und im getragenen Zustand blickdicht sowie angenehm bleiben.

Für die Spezifikation von shapewear fabric GSM stretch recovery sollten Produktteams deshalb GSM immer zusammen mit Materialaufbau, Elastananteil, Dehnverhalten, Rücksprung, Griff, Transparenz und der Verarbeitung bewerten. Erst das Zusammenspiel dieser Kriterien zeigt, ob ein Muster für die Serienproduktion geeignet ist.

Was GSM aussagt – und was nicht

GSM steht für „Gramm pro Quadratmeter“ und beschreibt das Flächengewicht eines Textils. Ein höherer GSM-Wert bedeutet meist einen dichteren, schwereren Stoff. Das kann die Opazität, Stabilität und das subjektive Gefühl von Halt verbessern. Es ist jedoch kein direkter Messwert für Kompression.

Zwei Stoffe mit derselben Grammatur können sich in der Praxis deutlich unterscheiden. Gründe dafür sind unter anderem:

  • Garnart und Garnfeinheit;
  • Strickbindung oder Webart;
  • Elastananteil und Qualität des Elastangarns;
  • Maschendichte;
  • Ausrüstung, etwa ein weichmachendes oder formstabiles Finish;
  • Anteil und Art von Polyamid, Polyester, Baumwolle oder anderen Fasern;
  • ein- oder doppellagige Konstruktion.

Ein leichter, sehr dichter Rundstrick mit hochwertigem Elastangarn kann mehr kontrollierte Rückstellkraft bieten als ein schwererer Stoff mit lockerem Aufbau. Umgekehrt kann eine höhere Grammatur bei nahtloser Shapewear hilfreich sein, wenn die Ware im gedehnten Zustand deckend und stabil bleiben soll.

GSM als Vergleichswert sinnvoll einsetzen

GSM ist besonders nützlich, wenn Sie dieselbe Stoffqualität über Muster, Nachbestellungen und Chargen hinweg vergleichen. In einer Produktspezifikation sollte deshalb nicht nur ein Zielwert stehen, sondern auch eine zulässige Toleranz.

Beispiel für eine praxistaugliche Dokumentation:

KriteriumZu dokumentierenWarum es wichtig ist
FlächengewichtSoll-GSM und erlaubte AbweichungVergleichbarkeit zwischen Muster und Serie
MaterialzusammensetzungFaserarten und ProzentanteileEinfluss auf Elastizität, Feuchtigkeitsmanagement und Griff
StoffkonstruktionStrickart, Maschendichte, ein- oder doppellagigBestimmt Stabilität und Deckkraft
Breite und LauflängeMesswert je ChargeRelevant für Zuschnitt, Verbrauch und Kalkulation
Prüfzustandkonditionierter, entspannter StoffVerhindert nicht vergleichbare Messungen

Messen Sie die Grammatur möglichst an mehreren Stellen des Stoffes. Bei formenden Stoffen können Randbereiche, Rollenanfang und Rollenende anders ausfallen als die Rollenmitte. Wichtig ist außerdem, Muster und Serienware im gleichen konditionierten Zustand zu prüfen: Ein gerade gefärbter, stark gespannter oder noch nicht entspannter Stoff liefert keine belastbare Vergleichsbasis.

Der typische Denkfehler: Mehr GSM gleich mehr Kompression

Mehr Gewicht kann für blickdichte, robuste oder besonders glatte Shapewear sinnvoll sein. Es sagt aber nicht, wie viel Druck ein Produkt am Körper aufbaut. Die tatsächliche Formwirkung entsteht aus der Kombination von:

  1. Stoffelastizität und Rückstellkraft,
  2. Schnitt und Negativweite,
  3. Platzierung der Kompressionszonen,
  4. Nähtechnik oder nahtloser Konstruktion,
  5. Futter, Einfassungen und Bundelastiken,
  6. Größe und Passform am Körper.

Eine hohe Grammatur kann sogar nachteilig sein, wenn sie die Ware zu steif, warm oder in Bewegung unangenehm macht. Die passende Grammatur ist daher immer eine Produktentscheidung – keine universelle Qualitätsstufe.

Dehnrichtung und Prüfverfahren klar definieren

Shapewear muss nicht in jede Richtung gleich stark dehnbar sein. Entscheidend ist, welche Bewegungen und welche Formwirkung das jeweilige Produkt verlangt. Deshalb sollte eine Stofffreigabe die Dehnrichtung immer eindeutig benennen.

Bei Wirkware werden häufig diese Richtungen unterschieden:

  • Querelastizität: Dehnung über die Stoffbreite; bei vielen Produkten zentral für Anziehen, Komfort und Körperanpassung.
  • Längselastizität: Dehnung entlang der Stofflänge; wichtig für Rumpflänge, Beinlänge und Sitzstabilität.
  • Diagonale Dehnung: relevant bei anatomisch zugeschnittenen Teilen, schrägen Nähten und körpernahen Zonen.
  • Vier-Wege-Stretch: kontrollierte Dehnung in Längs- und Querrichtung; sinnvoll, wenn Bewegungsfreiheit und gleichmäßiger Sitz gefragt sind.

„4-Wege-Stretch“ sollte nicht ohne Messmethode in der Spezifikation stehen. Der Begriff beschreibt eine Eigenschaft allgemein, aber keine Mindestdehnung und keine Rücksprungqualität.

Ein wiederholbares Testprotokoll festlegen

Damit Entwicklung, Einkauf und Lieferant dasselbe bewerten, braucht es eine klare Prüfanweisung. Sie sollte mindestens enthalten:

  • Entnahmestelle und Größe des Prüfkörpers;
  • Ausrichtung: längs, quer und bei Bedarf diagonal;
  • Ausgangslänge beziehungsweise Ausgangsmarkierung;
  • definierte Verlängerung oder definierte Zugkraft;
  • Haltezeit im gedehnten Zustand;
  • Entspannungszeit vor der Rücksprungmessung;
  • Anzahl der Wiederholungen;
  • Prüfklima und Konditionierung;
  • zulässige Abweichungen je Richtung.

Ein einfaches Entwicklungsverfahren kann beispielsweise mit markierten Stoffproben arbeiten: Die Probe wird bis zu einer vereinbarten Verlängerung gedehnt, kurz gehalten, entspannt und nach einer festen Wartezeit erneut gemessen. Für die Qualitätsfreigabe in größeren Projekten kann eine Zugprüfmaschine sinnvoll sein, weil sie Kraft-Dehnungs-Kurven und wiederholte Belastungszyklen reproduzierbar erfasst.

Wichtig: Ein Prozentwert für Dehnung ist nur vergleichbar, wenn Ausgangslänge, Belastung und Messablauf identisch sind. Eine Probe, die mit der Hand „bis es sich richtig anfühlt“ gedehnt wird, eignet sich für eine erste Haptikprüfung, nicht aber als Freigabekriterium.

Welche Dehnung passt zu welchem Produkt?

Hohe Dehnbarkeit erleichtert das Anziehen und unterstützt Bewegungsfreiheit. Sie ist aber nicht automatisch ideal. Bei stark formenden Bodys, Taillenformern oder Oberschenkelmodellen kann zu viel Dehnung dazu führen, dass die Ware unter Last schneller nachgibt oder ihre Zonenwirkung verliert.

Als Orientierung für die Entwicklung gilt:

  • Komfortorientierte Basics: ausreichend Querelastizität für einfaches Anziehen und natürliche Bewegung; moderater Halt.
  • Alltags-Shaping: ausgewogene Längs- und Querelastizität, damit das Produkt nicht wandert oder einrollt.
  • Zonierte Formwäsche: gezielt unterschiedliche Dehnwerte je Zone; im Bauchbereich oft stabiler, an Hüfte, Brust oder Beinabschluss anpassungsfähiger.
  • Nahtlose Modelle: Konstruktion und Maschendichte können die Dehnung lokal steuern, ohne dass mehrere Stoffe zusammengenäht werden müssen.

Bewerten Sie Dehnung stets am fertigen Produkt und nicht nur an der Meterware. Schnittteile liegen in unterschiedlichen Richtungen auf dem Stoff, und Nähte begrenzen oder verändern das Verhalten zusätzlich.

Rücksprung und Ausleiern nach Dehnung bewerten

Recovery, auf Deutsch Rücksprung oder Rückstellverhalten, beschreibt, wie gut ein Stoff nach dem Dehnen seine ursprüngliche Länge und Form wieder annimmt. Growth bezeichnet dagegen die bleibende Längen- oder Breitenzunahme nach Belastung – also das Ausleiern.

Für Shapewear ist ein guter Rücksprung wesentlich: Ein Produkt soll sich beim Tragen anpassen, aber nicht nach wenigen Stunden locker werden. Gleichzeitig ist ein extrem harter Rücksprung nicht immer angenehm. Zu viel Gegenkraft kann das Anziehen erschweren, Druckstellen fördern und den Komfort beeinträchtigen.

Rücksprung nicht nur einmal messen

Eine einzelne Dehnung zeigt nur einen Teil des Bildes. Shapewear wird beim Anziehen, Sitzen, Gehen und Ausziehen wiederholt beansprucht. Deshalb sollte die Prüfung mindestens mehrere Dehn- und Entspannungszyklen umfassen.

Achten Sie auf diese Beobachtungen:

  • Bleibt die Probe nach dem ersten Zyklus sichtbar länger oder breiter?
  • Verändert sich die Rückstellkraft nach mehreren Zyklen deutlich?
  • Bilden sich Wellen, dauerhafte Verzugslinien oder ausgeleierte Maschen?
  • Erholt sich der Stoff in Längs- und Querrichtung unterschiedlich?
  • Verändert sich der Griff durch wiederholtes Dehnen?
  • Zeigt die Probe nach Waschen und Trocknen ein anderes Rücksprungverhalten?

Bei Stoffen mit hoher Elastanbelastung sollten Sie die Prüfungen auch nach den vorgesehenen Pflegezyklen wiederholen. Wärme, Waschmittel, Reibung und Trocknungsart können das elastische Verhalten beeinflussen. Welche Pflegeempfehlung realistisch ist, muss zur vorgesehenen Faserzusammensetzung und zum Produktversprechen passen.

Ursachen für unzureichende Recovery

Schwacher Rücksprung kann auf einen ungeeigneten Materialaufbau hindeuten, aber auch durch Verarbeitung entstehen. Häufige Ursachen sind:

  • zu lockere Maschenstruktur;
  • Elastangarn mit nicht ausreichender Rückstellkraft für den Einsatzzweck;
  • ungünstiges Verhältnis von Dehnung und Schnittweite;
  • Überdehnung während Zuschnitt, Nähen oder Bügeln;
  • zu aggressive thermische Behandlung;
  • ungeeignete oder zu stark gespannte Bund- und Beinabschlüsse;
  • starke Belastung an Nähten oder an Übergängen zwischen Zonen.

Ein Muster sollte deshalb nicht nur flach auf dem Tisch geprüft werden. Ein Trageversuch mit Bewegung sowie ein kontrollierter An- und Ausziehtest zeigen oft schneller, ob sich das Produkt verzieht, hochrutscht oder seine Form verliert.

Stoffverhalten auf die Kompressionszonen abstimmen

Shapewear funktioniert am besten, wenn Stoff und Konstruktion den einzelnen Körperbereichen unterschiedliche Aufgaben zuweisen. Ein durchgehend gleich starkes Material kann zwar einfach zu beschaffen sein, erfüllt aber nicht zwangsläufig alle Anforderungen an Formung, Komfort und Beweglichkeit.

Typische Zonen und Anforderungen sind:

ProduktzoneGewünschtes StoffverhaltenMögliche Risiken bei falscher Auswahl
Bauch und Taillekontrollierte Dehnung, stabiler Rücksprung, glatte OberflächeEinschnüren, Einrollen oder sichtbare Kanten
Hüfte und Gesäßanpassungsfähig, formstabil, gute QuerelastizitätAbflachen der Silhouette oder verrutschende Passform
Oberschenkelgleichmäßige Dehnung, reibungsarme Oberfläche, stabiler AbschlussHochrutschen, Einschneiden oder Aufrollen
Brustbereichje nach Produkt stützend oder flexibel, hautfreundlicher GriffDruckpunkte, eingeschränkte Beweglichkeit
Rückenglättend, deckend und unter Kleidung ebenFaltenbildung oder sichtbare Übergänge
Schrittbereichatmungsaktiv, feuchtigkeitsverträglich, komfortabelWärmestau, Reibung und mangelnder Tragekomfort

Bei zonierten Produkten kann der Effekt durch unterschiedliche Stoffe, unterschiedliche Lagen, Power-Mesh-Einsätze oder variierende Strickdichten entstehen. Jede Übergangsstelle sollte geprüft werden: Wenn ein weicher Stoff abrupt auf ein sehr festes Material trifft, kann eine sicht- oder fühlbare Kante entstehen.

Auch die Negativweite ist Teil der Kompressionsplanung. Ein leistungsfähiger Stoff kann bei zu aggressivem Schnitt unangenehm sein. Ein softer Stoff kann mit einem passenden Schnitt ausreichenden leichten Halt bieten. Definieren Sie daher die gewünschte Tragewirkung in verständlichen Kategorien – etwa leicht glättend, formend oder stark stützend – und übersetzen Sie diese anschließend in mess- und testbare Kriterien.

Opazität, Griff und Atmungsaktivität prüfen

Blickdichte und weiche Shapewear ist nicht automatisch atmungsaktiv; luftige Ware ist nicht automatisch transparent. Diese Eigenschaften müssen getrennt bewertet werden.

Opazität unter realer Dehnung testen

Prüfen Sie die Deckkraft nicht nur im entspannten Zustand. Legen oder ziehen Sie die Stoffprobe über eine kontrastierende Fläche und dehnen Sie sie in der vorgesehenen Längs- und Querrichtung. Bei hellen Farben, sehr glatten Garnen und körpernahen Modellen ist dieser Test besonders wichtig.

Beurteilen Sie dabei:

  • Wird die Haut oder Unterwäsche sichtbar?
  • Werden Maschenreihen unter Spannung deutlich?
  • Ändert sich die Deckkraft je nach Dehnrichtung?
  • Zeigen sich Glanzstellen, die unter Kleidung auffallen können?
  • Bleibt das Material nach wiederholter Dehnung gleichmäßig?

Doppellagige Konstruktionen erhöhen oft die Opazität, können aber Wärme und Materialvolumen steigern. Eine dichtere Einzelware kann die schlankere Lösung sein, muss aber auf Transparenz und Komfort geprüft werden.

Griff objektiv und subjektiv festhalten

„Weich“ ist kein ausreichend präziser Freigabebegriff. Der Griff umfasst mehrere Eindrücke:

  • glatt oder trocken;
  • kühl oder wärmend;
  • kompakt oder leicht;
  • weich oder fest;
  • rutschig oder griffig;
  • matt oder glänzend.

Ergänzen Sie die haptische Bewertung durch konkrete Musterreferenzen und klare Ausschlusskriterien, etwa „keine kratzige Kante an der Innenseite“, „kein klebriges Hautgefühl“ oder „keine übermäßige Oberflächenglätte, die ein Verrutschen begünstigt“.

Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsmanagement hängen von Faser, Konstruktion, Materialdicke und Lagenaufbau ab. Ein Stoff kann sich auf dem Tisch angenehm kühl anfühlen und dennoch im mehrlagigen Body Wärme stauen. Prüfen Sie deshalb komplette Konstruktionen, insbesondere an Bauch, Rücken und Schritt.

Stoff zusammen mit Futter und Elastiken testen

Meterware kann alle Labor- oder Handtests bestehen und dennoch im fertigen Produkt enttäuschen. Futter, Einfassungen, Haftbänder, Nähgarne und Elastikbänder verändern Dehnung, Rücksprung und Komfort erheblich.

Besonders kritisch sind:

  • Bundelastiken: Zu hohe Rückstellkraft kann Einschneiden oder Einrollen verursachen; zu geringe Kraft lässt den Bund wandern.
  • Beinabschlüsse: Silikonbeschichtungen oder Elastikbänder müssen Halt geben, ohne Druckstellen zu erzeugen.
  • Futterstoffe: Sie können Deckkraft und Komfort verbessern, aber die Hauptware in ihrer Dehnung begrenzen.
  • Nähte: Sie müssen sich mit dem Stoff mitdehnen; starre Nähte konzentrieren Spannung und können reißen.
  • Klebe- oder Bonding-Lösungen: Diese sollten nach Dehnung, Wäsche und Wärmebelastung auf Halt und Kantenverhalten geprüft werden.
  • Haken, Reißverschlüsse und Verschlüsse: Sie verändern die Lastverteilung und brauchen verstärkte, aber nicht starre Anschlusszonen.

Testen Sie mindestens einen repräsentativen Prototyp in den vorgesehenen Größen. Bei Shapewear ist eine Größe S nicht automatisch auf größere Größen übertragbar: Dehnwege, Druckverteilung und Belastung an Nähten verändern sich mit der Gradierung.

Weiterführende Einblicke in materialbezogene Entwicklungen finden Sie im Bereich Technologie und Innovation. Entscheidend bleibt jedoch, dass jede neue Konstruktion im konkreten Produktaufbau validiert wird.

Freigegebene Stoffmuster und Toleranzen dokumentieren

Ein unterschriebenes oder eindeutig gekennzeichnetes Stoffmuster ist die beste Referenz für Haptik, Farbe, Glanz, Dichte und Oberflächenbild. Es ersetzt aber keine schriftlichen messbaren Anforderungen. Muster altern, können verschmutzen und zeigen nicht alle Leistungsmerkmale.

Eine vollständige Freigabedokumentation sollte enthalten:

  1. Artikelname, interne Materialnummer und Lieferant;
  2. Faserzusammensetzung und Stoffkonstruktion;
  3. Soll-GSM inklusive Toleranz;
  4. Dehnwerte nach Richtung und definiertem Prüfverfahren;
  5. Rücksprung- und Growth-Anforderungen nach festgelegten Zyklen;
  6. Anforderungen an Opazität im gedehnten Zustand;
  7. Farbstandard und zulässige Farbabweichung;
  8. Referenz für Griff, Glanz und Oberflächenbild;
  9. Wasch- und Pflegeprüfung;
  10. Anforderungen an Breite, Rollenlänge und Fehlerkennzeichnung;
  11. Datum, Version und Freigabestatus des Musters.

Toleranzen sollten realistisch und produktrelevant sein. Zu enge Vorgaben können unnötige Ablehnungen auslösen, während zu weite Toleranzen sichtbare Unterschiede zwischen Chargen zulassen. Legen Sie bei kritischen Zonen strengere Kriterien fest als bei weniger belasteten Komponenten.

Eine nachvollziehbare Dokumentation vereinfacht auch die Kommunikation zwischen Produktentwicklung, Einkauf, Qualitätsmanagement und Konfektion. Informationen zu sinnvollen Prüf- und Freigabeprozessen bietet der Bereich Qualitätssicherung.

Serienware mit dem freigegebenen Standard abgleichen

Die Freigabe eines Entwicklungsmusters ist nur der erste Schritt. Vor und während der Serienproduktion sollte die Bulk-Ware gegen den vereinbarten Standard geprüft werden. Dabei geht es nicht darum, jede Rolle vollständig zu testen, sondern ein geeignetes Stichprobenverfahren und klare Eskalationsregeln festzulegen.

Prüfen Sie bei eingehender Ware insbesondere:

  • Flächengewicht an mehreren Stellen und Rollen;
  • Stoffbreite und Nutzbreite;
  • Farbton, Glanz und Gleichmäßigkeit;
  • Dehn- und Rücksprungverhalten in beiden Hauptrichtungen;
  • Opazität unter definierter Dehnung;
  • Fehler wie Laufmaschen, Löcher, Streifen, Ölspuren oder Spannungsfalten;
  • Rollenspannung und Verzug;
  • Übereinstimmung von Materialkennzeichnung und Dokumentation.

Vergleichen Sie Serienware möglichst direkt mit dem versiegelten Freigabemuster. Ein bloßer Vergleich mit einem digitalen Foto reicht für Griff, Glanz und Elastizität nicht aus.

Häufige Fehler bei der Bulk-Abnahme

Einige Probleme treten immer wieder auf und lassen sich durch eine strukturierte Prüfung vermeiden:

  • Nur GSM prüfen: Das übersieht Unterschiede in Elastizität und Rücksprung.
  • Nur im entspannten Zustand bewerten: Transparenz und Maschenbild unter Zug bleiben unentdeckt.
  • Stoff ohne Komponenten testen: Die tatsächliche Produktspannung wird falsch eingeschätzt.
  • Keine Richtungsangabe verwenden: Längs- und Querwerte werden vermischt.
  • Keine Chargenreferenz aufbewahren: Spätere Abweichungen lassen sich schwer nachvollziehen.
  • Pflegeprüfung auslassen: Veränderungen nach Waschen werden erst beim Endkunden sichtbar.
  • Zu spät testen: Probleme in der fertigen Ware sind deutlich aufwendiger zu korrigieren als bei der Stofffreigabe.

Fazit: Shapewear-Stoff als System spezifizieren

GSM ist ein wichtiger Ausgangswert, aber keine Aussage über die tatsächliche Formkraft eines Shapewear-Stoffs. Eine belastbare Materialentscheidung verbindet Grammatur mit definierter Dehnung in Längs- und Querrichtung, Rücksprung nach wiederholter Belastung, Opazität unter Zug, Griff, Atmungsaktivität und dem Verhalten im fertigen Produkt.

Für OEM-, ODM- oder Private-Label-Projekte unterstützt S-SHAPER die Entwicklung von Shapewear von der Produktentwicklung bis zur skalierbaren Serienfertigung. Als praktische Vorbereitung lohnt es sich, vor der Musteranfrage ein Stoffdatenblatt, ein Referenzmuster und die gewünschte Kompressionswirkung zusammenzustellen. Einen Überblick über mögliche Produktkategorien bietet die Seite Shapewear-Produkte.

S-SHAPER-Team für Produktentwicklung und Fertigung

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